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Donnerstag, 25.10.2018 17:52 Alter: 19 Tage

Zwei Stefansberg-Schülerinnen beim „TAG DER TALENTE“ in Berlin


Lena Lafitte

Tabea Sparmann

Rund 300 junge, begabte Menschen aus ganz Deutschland, die in diesem Jahr bei verschiedenen bundesweiten Schüler- und Jugendwettbewerben besondere Leistungen gezeigt hatten, waren vom Bundesbildungsministerium zum „Tag der Talente“ nach Berlin eingeladen worden, darunter auch zwei Schülerinnen des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS). Tabea Sparmann zählte aufgrund ihrer Leistungen beim Bundesentscheid der Internationalen Junior Science Olympiade zu den ausgewählten Teilnehmern, hatte aber auch bei der Mathe-Olympiade und bei „Jugend musiziert“ zum wiederholten Male das Bundesfinale erreicht. Lena Lafitte, die gemeinsam mit Tabea  die elfte Klasse des Gymnasiums am Stefansberg besucht, hatte sich durch ihren zweifachen Sieg beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen Solo die Fahrkarte nach Berlin gesichert und durfte ihren Wettbewerb bei der Eröffnungsfeier im „Berliner Café Moskau“ sogar persönlich präsentieren. „Ich habe ein kleines Video aus den drei Filmen, die ich bisher schon eingereicht habe, zusammengeschnitten, und in verschiedenen Sprachen vorgestellt“, freut sich Sprachtalent Lena über diese besondere Ehre. Die 16-Jährige ist Halbfranzösin, spricht neben ihren beiden Muttersprachen Deutsch und Französisch auch Englisch nahezu perfekt, ist beim Wettbewerb aber in Spanisch angetreten: „Spanisch ist eigentlich meine schlechteste Sprache, weil ich sie erst seit drei Jahren in der Schule lerne. Deshalb habe ich mich über meinen ersten Platz besonders gefreut.“ Um sich auch hier möglichst schnell noch weiter zu verbessern, hat Lena ihre eigene Strategie entwickelt: „Ich schau Filme auf Spanisch, lese vorm Einschlafen spanische Bücher und habe mein Handy auf Spanisch gestellt, denn dadurch lernt man praktisch auch die Jugendsprache, z.B. in den sozialen Netzwerken.“ Ihre Sprachaffinität wurde Lena quasi in die Wiege gelegt: „Seit ich denken kann, gefällt es mir, mit Leuten verschiedener Kulturen in Kontakt zu treten. Wenn man andere Sprachen spricht, ist es leichter, über den Tellerrand zu schauen, Vorurteile aus dem Weg zu räumen und respektvoll miteinander umzugehen.“ Aber Lenas Talente sind nicht auf Fremdsprachen beschränkt; auch als Darstellerin der Musical-AG des GaS konnte sie schon internationale Erfolge feiern, sie spielt außerdem Klavier und turnt. Nicht zuletzt deshalb hat Lena auch die Vielfalt beim „Tag der Talente“ besonders imponiert. Insgesamt waren rund 20 Wettbewerbe vertreten, vom Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten über die Bio- oder Physik-Olympiade bis hin zu Tanz- und Theaterwettbewerben. „Es waren sogar Wettbewerbe dabei, von denen ich bis dahin noch gar nichts wusste. So wurden auch Preisträger vorgestellt, die Gedichte geschrieben haben oder die eine Firma gegründet haben, also eine richtige Geschäftsidee hatten und sogar ein Patent anmelden konnten, das fand ich schon sehr interessant“, war auch Tabea von der Bandbreite der Veranstaltung sehr angetan. Und auch das Programm des dreitägigen Aufenthalts in Berlin war für die 300 Teilnehmer, die zwischen elf und Anfang Zwanzig waren, äußerst abwechslungsreich. Nach der Eröffnungsfeier wurden beim „Markt der Möglichkeiten“ verschiedene Stipendien vorgestellt. Am nächsten Morgen folgten eine Fahrradtour durch Berlin und ein Besuch im Deutschen Dom, bevor die jungen Leute nachmittags an selbst gewählten Workshops teilnehmen konnten. Tabea hatte sich für den Workshop „Green Box“ entschieden: „Da haben wir eine kleine Werbeanzeige für eine Tasche gedreht und dabei zum Beispiel gelernt, wie man Leute in Filmen verkleinern kann, ohne dass man es merkt. Das fand ich cool, weil ich mich ohnehin für Kameras und Fotografieren interessiere.“ Auch Lena hatte für sich mit „Poetry Slam“ den richtigen Workshop gefunden: „Wir hatten einen jungen Dozenten um die 20 Jahre, der uns zuerst verschiedene Arten des Poetry Slam vorgestellt hat. Danach sollten wir in Zeitungen verschiedene Schlagzeilen aussuchen und dazu eine Mindmap erstellen, auf deren Grundlage wir dann unsere Texte verfassen konnten. Das hat mir total gut gefallen.“ Nach der Vorstellung der Workshop-Ergebnisse bildete eine „Silent Disco“ den krönenden Abschluss dieses zweiten Tages. „Jeder bekam einen Kopfhörer, der über Bluetooth mit dem Mischpult des DJs verbunden war. So hatte jeder die gleiche Musik auf den Ohren. Wenn man die Kopfhörer ausgezogen hat, hat man zwar jeden tanzen sehen, aber es war ganz still, das war echt witzig.“, war Lena begeistert. Zum Abschluss ihres Aufenthalts in Berlin wartete auf die jungen Leute noch eine Audienz mit Bundesbildungsministerin Anja Karliczek und Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble im Bildungsministerium. „Wir hatten vorher Karten zu politischen Themen ausgefüllt, die von den beiden beantwortet wurden. Aber es ging auch ein Mikrofon durch die Reihen, um Fragen zu stellen. Es war wirklich interessant, so große Politiker vor Augen zu haben und reden zu hören.“, erzählt Lena. Nach dem Abschlussfoto haben sich die Teilnehmer schließlich wieder auf den Weg nach Hause gemacht – mit jeder Menge neuer Eindrücke im Gepäck. Aber für Lena und Tabea war nicht alles neu in Berlin. „Ich habe mich gefreut, viele getroffen zu haben, die ich von den verschiedenen Wettbewerben, an denen ich teilgenommen hatte, schon kannte“, fühlte sich Tabea in der Gruppe keineswegs fremd, „aber ich habe auch viele neue Leute kennengelernt und mich mit ihnen über ihre Wettbewerbe unterhalten und dadurch auch viele interessante Einblicke in ihre Gebiete bekommen.“ Auch Lena hatte durchaus spannende Begegnungen: „Mich hat ein Mädchen angesprochen, das im fünften Semester Übersetzen studiert, und gemeint, das würde auch gut zu mir passen. Für ihre Tipps war ich sehr dankbar.“ Für Lena hat sich dadurch ihr Berufswunsch konkretisiert: „Ich möchte zuerst eine Ausbildung zur Europasekretärin machen und danach Dolmetschen studieren. Mein Traum wäre Dolmetscherin im Europäischen Parlament.“