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Sonntag, 03.06.2018 09:32 Alter: 78 Tage

GaS-Schüler beim Bundessprachenfest in Schwerin


Vier Mädchen und zwei Jungs des Merziger Gymnasiums am Stefansberg fahren vom 7. bis 9. Juni mit hohen Erwartungen zum Bundessprachenfest nach Schwerin. Den saarländischen Landesausscheid des Fremdsprachenwettbewerbs hatte die Gruppe aus Merzig – wie schon im letzten Jahr – souverän für sich entschieden. Jetzt wollen die GaS-Schüler auf Bundesebene ihr Ergebnis vom Vorjahr, als sie den Preis der Schülerjury und den Preis für die beste mehrsprachige Arbeit mit nach Hause nehmen konnten, noch toppen. Qualifiziert hat sich die Gruppe mit dem Film „Love ist love“. Hier geht es um eine Dating-Show, die die verschiedenen Frauenbilder – von Emanze über Tussi bis hin zur Öko-Tante – auf’s Korn nimmt, aber auch die Männer nicht ungeschoren davonkommen lässt. Geturtelt und geflirtet wird dabei gleich in sechs verschiedenen Sprachen: Englisch, Französisch, Spanisch, Lateinisch, Türkisch und sogar Chinesisch. Nachdem die Idee geboren war, ging es an die Produktion des Films. „Wir mussten erst ein Drehbuch schreiben, uns dann um das Bühnenbild und die Requisiten kümmern, schließlich haben wir zwei Tage von morgens bis abends gedreht und waren am Ende echt ausgelaugt. Nachdem wir das Material schließlich noch zwei Wochen lang bearbeitet und geschnitten haben, war unser neuer Film endlich fertig.“, erinnert sich Zehntklässlerin Lena Lafitte an eine anstrengende, aber auch spannende Zeit. Der Aufwand hat sich gelohnt, durch den Landessieg dürfen sich die Zehntklässler aus Merzig jetzt mit den besten Gruppen aus ganz Deutschland messen. Beim Bundessprachenfest in Schwerin wartet auf die GaS-Schüler allerdings die nächste Herausforderung. Den Inhalt ihres Films müssen sie dort als Theaterstück auf die Bühne bringen und ihr schauspielerisches und sprachliches Talent live unter Beweis stellen. „Das hat uns wieder vor eine schwere Aufgabe gestellt.“, berichtet Schulleiter Albert Ehl, der die Gruppe schon seit einigen Schuljahren betreut, und erklärt: „Wir mussten einige Szenen komplett umschreiben, um sie auf der Bühne überhaupt darstellen zu können.“ Ein anderes Problem bereitet der chinesische Teil des Films. Die dafür zuständige Mulan-Sophia Zheng, selbst Halbchinesin, absolviert gerade ein Auslandsjahr an einer Schule in China und kann daher in Schwerin nicht mit auf der Bühne stehen. Daher hat sich die Gruppe entschieden, ihren Part als Videoclip einzuspielen. Die restlichen Schüler üben derweil in Merzig fleißig an ihren Schauspielkünsten. „Wir haben uns schon oft an Feiertagen und Wochenenden in der Schule getroffen, um zu proben. Aber bei all dem Aufwand hatten wir auch immer viel Spaß.“, möchte Amélie Daub aus der Klasse 10b die gemeinsamen Treffen nicht missen. Jetzt fahren die Schüler mit einem guten Gefühl zum Finale nach Schwerin. „Wir hoffen schon, einen sehr guten Platz zu erreichen.“, ist Lena Lafitte voller Vorfreude – nicht nur auf den Wettbewerb: „Egal, wie es ausgeht, ich freue mich darauf, mit meinen Freunden ein paar schöne Tage zu verbringen, mit ihnen zusammen auf der Bühne zu stehen und schließlich auch gemeinsam Schwerin zu erkunden.“ Auch für ihre Freizeit haben sich die Schüler aus Merzig schon einiges vorgenommen. Amélie Daub gibt schon mal einen kleinen Einblick in das geplante Programm: „Wir werden eine Seenfahrt machen und in der Orangerie des Schweriner Schlosses essen, ich glaube, das wird ganz cool.“

Zumindest für Lena Lafitte ist der Ausflug nach Schwerin nicht das einzige Highlight in diesem Jahr. Die 15-jährige konnte beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen auch im Einzel ihren Vorjahressieg auf Landesebene wiederholen und darf das Saarland daher im Herbst auch beim Bundessprachenturnier in Meißen (Sachsen) vertreten. Trotz der vielen Auszeichnungen bleibt Lena bescheiden: „Natürlich bin ich stolz, aber mein Papa kommt aus Südfrankreich, ich bin daher mit zwei Kulturen aufgewachsen und vielleicht deshalb besonders sprachenaffin.“ Den Sieg beim Wettbewerb hat sich Lena aber nicht etwa in Französisch gesichert, sondern in Spanisch. „Ich mag eigentlich alle Sprachen, bin sehr kontaktfreudig und habe daher auch großen Spaß daran, mich neben meinen beiden Muttersprachen auch in Spanisch unterhalten zu können.“, erklärt das Multi-Talent und blickt auch über den schulischen Tellerrand hinaus: „In unserer Zeit sind Sprachen besonders wichtig, um die Integration zu fördern.“ Dass Lena neben ihren sprachlichen Fähigkeiten auch schauspielerisches Talent und Kreativität besitzt, hat sie in ihrem Bewerbungsvideo für den Einzelwettbewerb eindrucksvoll unter Beweis gestellt. „Wir sollten ein Video über eine bekannte Person einreichen. Da das landeskundliche Thema beim Spanisch-Wettbewerb Mallorca war, habe ich mich für Tennisspieler Rafael Nadal entschieden, weil er von dort kommt.“ Und dann hat sich Lena kurzerhand in den Tennisstar verwandelt. „Ich habe mich als Nadal verkleidet und ein fiktives Interview nachgestellt.“ Da Lena auch beim Hörverstehen, beim Lückentext und in der mallorcinischen Landeskunde überzeugen konnte, wurde sie am Ende mit Platz 1 belohnt. Jetzt freut sich die Zehntklässlerin beim bundesweite Einzel-Finale auf neue Herausforderungen, vor allem aber darauf, die Sieger aus den anderen Bundesländern kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen – am liebsten in ganz vielen verschiedenen Sprachen.

Lena Lafitte war allerdings nicht die einzige Schülerin des Gymnasiums am Stefansberg, die beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen im Solo überzeugen konnte. Klassenkameradin Amélie Daub belegte in Englisch einen hervorragenden zweiten Platz. Dania Dahhan aus der Parallelklasse der beiden wurde Dritte: „Ich bin sehr zufrieden mit dem dritten Platz“, resümierte Dania nach ihrer ersten Teilnahme, „Da das Thema Kalifornien war und ich schon dort war, hat es mir sehr viel Spaß gemacht, mich darauf vorzubereiten. Ich habe mir viele Videos angeschaut, Reiseführer gelesen und auch viel gegoogelt.“ Schulleiter Albert Ehl ist natürlich stolz auf die Erfolge seiner Schüler und hebt hervor, dass es sich dabei fast schon um eine Tradition handelt: „In den letzten drei Jahren stellten wir in beiden Wettbewerbskategorien – Einzel- und Gruppenwettbewerb – jeweils Landessieger, die dann auch auf Bundesebene mit Erfolg antraten: ein Beleg für die hohe Qualität des Fremdsprachenunterrichts an unserer Schule“.

Die Videos der drei erfolgreichen Mädchen sowie den Gruppen-Film „Love is Love“ gibt es auch beim Schulfest des Gymnasiums am Stefansberg am 16. Juni 2018 zu sehen – neben vielen weiteren Highlights und kulinarischen Genüssen. Beginn des Festes in der Merziger Waldstraße ist um 10.00 Uhr. 

Hintergrund: Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen gehört zu den großen und renommierten Schülerwettbewerben und wird bundesweit in zwei Kategorien in der Mittelstufe ausgetragen: Im „Solo-Wettbewerb“ bereiten sich die Schüler auf einen Wettbewerbstag vor, an dem zentral gestellte anspruchsvolle Klausuraufgaben gelöst werden müssen. Der mündliche Beitrag besteht aus einem Videoclip. Der Wettbewerb „Team Schule“ richtet sich an Schülergruppen, die einen etwa 10-minütigen Film (inclusive Drehbuch etc) als Wettbewerbsbeitrag erstellen. Jährlich nehmen bundesweit ca. 1200 Gruppen an dem Wettbewerb teil, die besten 30 Gruppe werden zum Bundessprachenfest eingeladen.