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Donnerstag, 26.03.2020 11:15 Alter: 64 Tage

Schüler des GaS unter besten Nachwuchsbankern


Schülerinnen des Merziger Gymnasiums am Stefansberg unter den besten Nachwuchsbankern 

 Das Corona-Virus hat die Welt lahmgelegt, seit über einer Woche sind im Saarland alle Schulen geschlossen. Drei Schülerinnen des Merziger Gymnasiums am Stefansberg (GaS) haben aber trotz der momentanen Entschleunigung absolut keine Zeit zum Durchschnaufen. Neben der Vorbereitung auf die Abiturprüfungen, die aufgrund der Corona-Krise auf mindestens Ende Mai verschoben wurden, haben sich Celina Löhfelm, Svenja Hoffeld und Tabea Sparmann für das Finale des vom Bankenverband ausgerichteten Schulbanker-Wettbewerbs qualifiziert. „Das ist wirklich toll, dass wir es geschafft haben, beim Finale dabei zu sein. Wir hoffen, uns möglichst gut platzieren zu können.“, freut sich Tabea auf eine spannende Endrunde.

Insgesamt mussten sich die drei Zwölftklässlerinnen gegen eine Konkurrenz von 2.836 Schülern in 668 Teams aus ganz Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und aus Spanien durchsetzen. Ziel des äußerst anspruchsvollen Wettbewerbs ist es, über drei reale Monate und sechs virtuelle Geschäftsjahre hinweg eine Bank zu führen. „Wir haben letztes Jahr auch schon an diesem Planspiel teilgenommen und hatten somit schon ein wenig Erfahrung, dies hat uns natürlich geholfen. Zudem hatten wir unseren Wirtschaftslehrelehrer Herrn Jakob Munger an unserer Seite, der uns mit Rat und Tat zur Seite stand“, erzählt Celina.

Gleich zwölf Teams des GaS sind in diesem Jahr beim Schulbanker-Wettbewerb ins Rennen gegangen, am Ende hatten Celina, Svenja und Tabea mit ihrer Planspielbank „ParkBank“ die Nase vorn. Auf den Namen hatten sich die drei recht schnell geeinigt: „Wir haben einen lustigen und originellen Namen gesucht, der auch unseren Schwerpunkt, den Einsatz für die Umwelt, unterstreicht.“, erklärte Tabea. Jetzt war es für sie wichtig, sich eine gewinnversprechende Strategie zu überlegen: „Wir haben versucht, nicht zu riskant zu spielen, aber trotzdem immer das Maximum an Gewinn zu erzielen, auch durch eine gute Öffentlichkeitsarbeit. Letztendlich hat diese Strategie zum Erfolg geführt.“

Als Vorstand ihrer Bank mussten sie zahlreiche Entscheidungen treffen, Berichte zum Rechnungswesen analysieren, Zinssätze festlegen, Aktienverläufe an der Börse beobachten oder sich mit Marketingmaßnahmen auseinandersetzen. Diese Erfahrungen will Svenja aber nicht mehr missen: „Das war neben der Schule ziemlich arbeitsintensiv, hat aber richtig viel Spaß gemacht. Wir haben so hautnah erlebt, wie Marktwirtschaft und Wettbewerb funktionieren.“

Um erfolgreich zu sein, waren die drei als Vorstand in wirklich allen Geschäftsbereichen einer Bank gefordert. „Es ging nicht nur um verschiedene Anlagegeschäfte und die Vergabe von Krediten“, erzählt Tabea von der arbeitsintensiven Zeit, „wir haben uns auch mit Aktienfonds auseinandergesetzt, hatten die Aufgabe, unser Filialnetz zu verwalten und mussten uns auch um die Aus- und Weiterbildung unserer virtuellen Mitarbeiter kümmern.“ Sogar eine eigene Website hat die Bank erhalten. Neben unternehmerischem Geschick waren in den drei Monaten der Wettbewerbsphase also auch Kreativität, Teamgeist und Durchhaltevermögen gefordert. Schließlich mussten die drei ständig die Marktentwicklung, die Konjunkturlage und natürlich auch die Konkurrenz im Auge behalten.

Insgesamt gibt es bei diesem Wettbewerb zwanzig Märkte, bei denen jedes Team gegen die anderen Gruppen spielt. Als punktbestes Team auf ihrem Markt sind die drei Schülerinnen aus Merzig Marktsieger geworden und haben sich damit für das Finale qualifiziert. Hier sollen in einem Live-Wettbewerb die drei besten Bankerteams ermittelt werden. Diese können dann auch mit echtem Geld hantieren: die drei Gewinner-Teams bekommen Preise in Höhe von 4.000, 3.000 und 2.000 Euro für ihre Schulen und zusätzlich 500, 400 und 300 Euro für die Teams. Celina sieht die Chancen der Merzigerinnen, aufs Podest zu kommen, nicht schlecht: „Natürlich treten wir gegen die besten Teams Deutschlands an, jedoch haben wir einen unfassbar guten Teamgeist und auch unser Lehrer ist eine starke Unterstützung.“

Alle drei freuten sich schon auf dieses Abenteuer, das eigentlich ab dem 20. März 2020 in Berlin in eigenen Büros stattfinden sollte. Wegen des Corona-Virus kann die Finalrunde nun allerdings leider doch nicht wie geplant live stattfinden, sondern es wird wie in der Vorrunde online gespielt; allerdings sind nun fünf Geschäftsjahre in einer Woche zu absolvieren und die Aufgabe wird durch simulierte extreme Konjunkturlagen wie beispielsweise eine schwere Rezession deutlich schwieriger. Und damit stehen die drei Schülerinnen virtuell in dieser Woche vor ähnlichen Problemen wie die Realwirtschaft….  

In beiden Fällen ist ein guter Ausgang wohl mehr als wünschenswert.