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Montag, 28.10.2019 21:08 Alter: 18 Tage

Irland-Besuch 2019


Irlands Geschichte hautnah erlebt - GaS Schüler sind beeindruckt

Tief beeindruckt kehrten 38 Schüler und Schülerinnen der Klassenstufe 10 des Gymnasiums am Stefansberg nach einer 6 tägigen Lehrfahrt aus Irland zurück. Im Rahmen des bilingualen Politikunterrichtes war diese Intensivlernphase in der Grenzregion zu Nordirland  geprägt durch den engen Kontakt und regen Austausch mit Einheimischen um die Politik und Kultur Irlands besser kennen zu lernen. Bevor es losging, wurde das Thema Irland im Fach „Bilinguale Politik“, in dem politische Sachverhalte größtenteils in englischer Sprache unterrichtet werden, eingehend bearbeitet, um möglichst genaue Vorkenntnisse mit auf den Weg zu nehmen. Der Politikunterricht in englischer Sprache wird als Teil des Schwerpunkts Englisch am Gymnasium am Stefansberg seit  6 Jahren angeboten und soll den Schülern neben der allgemeinen Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse die Möglichkeit geben, sich auch zu komplexen, fachspezifischen Themen sicher und kompetent in Englisch äußern zu können.

In Dublin angekommen, wurden die Zehntklässler, begleitet von ihren Lehrern Nadine Schmidt, Martin Dillschneider und Brigitte Stein von einem engagierten Team der ‚Academy for International Science and Research‘  empfangen und die ganze Woche von Dr Terry McIvor, Zita Bertha und John Guthrie begleitet. Ein Schwerpunkt des Programmes war, wie auch schon in den vorherigen Jahren, die Auseinandersetzung und Bewältigung des Bürgerkriegs in Nordirland, den sogenannten ‚Troubles‘ von den 1960ern bis zum Karfreitagsabkommen 1998. Der intensive Austausch mit Zeitzeugen, die auf irgendeine Art aktiv im  Bürgerkrieg beteiligt waren und jetzt für absolute Gewaltfreiheit, Respekt vor dem Anderssein oder Toleranz gegenüber anderen Religionen Jugendliche aus der ganzen Welt  mit ihren  Vorträgen begeistern,  hat auch bei den Schülern und Schülerinnen des GaS nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Selbst längere Vorträge stießen bei den Schülern auf großen Zuspruch und Mitgefühl,  da sie aus erster Hand erfahren konnten, wie in den 70er Jahren Jugendlichen ihren Alters, Mädchen wie Jungen, quasi durch den Bürgerkrieg ihre unbeschwerte Jugend genommen wurde und sie unvermittelt in aktive Gewaltsituationen mitgezogen wurden. Respektvoll lauschten die Schüler beispielsweise  John McCourt und Anne Walker, ehemaligen aktiven Mitgliedern der IRA, als sie ihre Erlebnisse schilderten oder John Guthrie, einem Protestanten, der von ganz schmerzlichen Erfahrungen erzählte. Diese ‘früheren Feinde’ haben es sich nun gemeinsam zum Ziel gesetzt, für ein friedvolles und gewaltfreies Zusammenleben zu werben. Leitsätze wie „The force of argument is stronger than the argument of force“ („Argumentieren ist stärker als Gewalt“) oder „Destroy an enemy by making him your friend“ („Mache deinen Feind zum Freund.“) gehören zu ihren Leitsätzen, mit denen sie seit Jahrzehnten versuchen, die irische Geschichte positiv mitzugestalten. Darüber hinaus wurde auch über die Befürchtungen eines Wiederaufkeimens der Gewalt nach einem Brexit lebendig mit den Schülern diskutiert. Der Besuch eines College in der Stadt Letterkenny mit einem interessanten Vortrag und  Mittagessen in der Schulkantine und ein Ausflug in ein Museumsdorf, in dem vor allem die Geschichte der  ‚potatoe famines‘ (Hungersnöte) und auch noch einmal der Bürgerkrieg  virtuell nacherlebt werden kann (famine village) waren  für die Gruppe eine Bereicherung.

Neben diesem für die Schüler harten Bildungsprogramm standen aber auch noch Ausflüge in die Natur Irlands auf dem Programm: Der Giant’s Causeway, eine Weltkulturstätte,  Dunluce Castle, bekannt als Kulisse aus ‚Game of Thrones‘,  Glenveagh Nationalpark, Malin Head, und der Glenevin Waterfall sind Beispiele einer außerordentlich vielfältigen Natur Irlands.  Nicht zuletzt machte ein Trip nach Dublin die Reise  zu einem unvergesslichen Erlebnis, über das alle 38 Schülerinnen und Schüler noch oft sprechen werden – nicht nur im bilingualen Politikunterricht am heimischen Gymnasium am Stefansberg. Die Irlandexkursion ist mittlerweile zu einem festen Bestandteil des Schulprogrammes geworden, hat sie doch dazu beigetragen, dass sich durch die Zusammenarbeit mit einer Schule aus dem County Donegal ein ERASMUS + Projekt entwickelt hat.

So bleibt die Irlandfahrt auch in sprachlicher Hinsicht eine Bereicherung für das GaS und die 38 Schülerinnen und Schüler, für die jetzt wieder der „normale“ schulische Alltag beginnt.