< Zwei Stefansberg-Schülerinnen beim „TAG DER TALENTE“ in Berlin
Samstag, 10.11.2018 14:05 Alter: 30 Tage

GaS-Schüler glänzen bei europäischem Musical-Festival


Schon die Teilnahme am 8. Europäischen Jugend Musical Festival in Herxheim war für die Musical-AG des Gymnasiums an Stefansberg (GaS) ein riesengroßer Erfolg. Unter zahlreichen Bewerbern wurden die Merziger Schüler schon zum dritten Mal in Folge ausgewählt. Ihre Gegner dort waren meist Profis, kamen von verschiedenen Musicalschulen aus ganz Deutschland, ein Ensemble war sogar extra aus der Schweiz angereist. Aufgrund dieses hochkarätigen Teilnehmerfelds hatten sich die jungen Stefansberg-Schüler, die dort ihr neues Musical „Der Kleine Prinz“ präsentierten, im Vorfeld kaum Erfolgschancen ausgerechnet. „Jede Gruppe hatte dort 90 Minuten Zeit, ihr Musical vorzustellen“, gibt Zwölftklässler Antoine Schneider einen kurzen Einblick in den Ablauf der Veranstaltung – aber auch in sein Seelenleben: „Wir mussten schon als zweite Gruppe auf die Bühne. Das hatte den Vorteil, dass wir die anderen Musicals entspannt genießen konnten. Und wir waren wirklich angetan, wie super gut die meisten waren.“ Umso größer war der Jubel der Merziger Schüler bei der abschließenden Preisverleihung. Sie wurden mit dem Silber-Award für die Gesamtproduktion in der Jugend-Kategorie ausgezeichnet. Aber damit nicht genug: Bei der Wahl der besten Schauspieler hatten die jungen Darsteller aus dem Saarland die Nase sogar ganz vorne. „Bei der Abschlussveranstaltung werden die drei Nominierten in jeder Kategorie aufgezählt, die müssen dann aufstehen und kurz ‚Hallo’ sagen, um zu zeigen, wer sie sind.“, berichtet Lena Lafitte aus der 11. Klasse des GaS von einer Atmosphäre, wie man sie nur von den Oscarverleihungen kennt. Lena war eine der drei Nominierten in der Kategorie „Beste Schauspielerin zwischen 14 und 23 Jahre“. „Allein schon nominiert zu sein, war eine riesige Auszeichnung.“, erzählt die 16-Jährige stolz und kann den Ausgang der Wahl immer noch nicht fassen: „Alle Nominierten saßen in einer Reihe. Als ich gesehen habe, wer alles neben mir sitzt, dachte ich: okay, ich kann eigentlich gleich sitzen bleiben, weil die anderen beiden Nominierten richtig gut waren und von Musicalschulen kamen.“ Aber da hatte sich Lena geirrt, wie sie verrät: „Als dann - wie bei den Oscars - gesagt wurde: ‚Gewonnen hat…‘ und mein Name genannt wurde, bin ich tatsächlich erst mal sitzen geblieben, bis ich angeschubst wurde, denn damit hatte ich nun wirklich überhaupt nicht gerechnet.“ Ähnlich erging es ihrem Musical-Kollegen Antoine Schneider. Er wurde in der gleichen Alterskategorie zum besten männlichen Schauspieler gewählt. Und auch er war über diese hohe Auszeichnung ähnlich überrascht wie Lena: „Als mein Name aufgerufen wurde, hab ich das gar nicht realisiert, dann habe ich mich innerlich gefragt, ob ich tatsächlich der einzige Antoine Schneider auf dem Festival bin.“, strahlt der Sieger noch immer: „Ich habe mich wirklich sehr gefreut.“ Grund zur Freude hatte auch die Leiterin der Musical-AG des Gymnasiums am Stefansberg Christa Kaspar-Hort. Sie wurde für ihr besonderes Engagement geehrt. Schließlich ging noch der Sonderpreis, ein Geldpreis, an die Merziger Musicalproduktion. Das Musical besticht durch extravagante Kostüme, plastisches Bühnendesign, knallbunte Lichtstimmungen, ausdrucksstarke Spielweisen und stimmliche Naturtalente. „Diese Produktion ist ein wahres Fest für Augen und Ohren. So etwas erlebt man nicht alle Tage und verdient höchste Anerkennung“, so die Worte der Jury. Während die meisten anderen am Festival teilnehmenden Gruppen zwei Jahre für ihren Auftritt geübt hatten, war es der Merziger Musiklehrerin gelungen, in nur einem Jahr ein komplettes Musical auf die Bühne zu bringen. In dieser kurzen Zeit hatte sie mit den rund 20 Schülern ihrer AG unzählige Songs und Tanzeinlagen einstudiert, hatte aus jedem sein schauspielerisches Talent herausgekitzelt und einzelne zu Solisten ausgebildet. „Zunächst haben wir jeden Dienstag in der siebten und achten Stunde während der Musical-AG geübt, aber je näher der Auftritt kam, desto häufiger haben wir uns getroffen.“, erinnert sich Lena. Als Belastung neben dem Schulalltag hat sie die vielen Proben aber nie empfunden: „Wenn man mit Begeisterung dabei ist, dann ist es egal, wie viel Zeit das Üben in Anspruch nimmt, man kommt einfach gerne in die Gruppe und merkt gar nicht, wie die Zeit vergeht.“

Am Ende der Proben stand eine Weltpremiere, denn der französische Musiker Jean-Claude Séférian hat das Musical „Der Kleine Prinz – Ein junger Botschafter von einem fremden Stern“ auf Wunsch  der Musical-AG des Gymnasiums am Stefansberg hin komponiert. Christa Kaspar-Hort erzählt, „ich war überrascht, als im August 2016 die Nachricht von Jean-Claude kam, dass er die Musiktheaterfassung des Kleinen Prinzen nun endlich fertig habe. Die Idee zu diesem Musical entstand schon einige Jahre zuvor bei einem gemeinsamen Mittagessen in Münster.“

Nach der gelungenen Premiere beim Europäischen Jugend Musical Festival in Herxheim wollen die Stefansberg-Schüler auch dem saarländischen Publikum ihr Musical nicht vorenthalten. Schließlich lohnt sich der Besuch für Jung und Alt, davon ist Antoine Schneider als einer der Hauptdarsteller überzeugt: „‘Der Kleine Prinz‘ wird oft als Kindergeschichte dargestellt, aber eigentlich ist die Thematik sehr philosophisch, denn man kann mehr hineininterpretieren, als man auf den ersten Blick sieht.“ Trotzdem ist das Musical, das auf der Erzählung des französischen Autors Antoine de Saint-Exupéry basiert, auch für Kinder äußerst amüsant und leicht zu verstehen, betont Antoine Schneider: „Da gibt es zum Beispiel einen Fuchs, mit dessen Hilfe spielerisch dargestellt wird, dass man nur mit dem Herzen wahre Freunde findet.“ Antoine selbst ist bereits zum achten Mal bei einer Musicalproduktion der Schule dabei, ist also sehr erfahren. Diesmal spielt er einen Piloten, der nach einer Notlandung auf einen kleinen Prinzen trifft. Nach und nach erfährt er mehr über den geheimnisvollen jungen Mann, seinen Planeten und diese Rose, zu der der Kleine Prinz eine komplizierte Beziehung pflegt. Er umsorgt sie, pflegt sie und will sie beschützen. Die Rose aber gibt sich stolz, launisch und übertrieben empfindsam und enthält ihm ihre Liebe vor. Daher entschließt sich der Kleine Prinz, sie und seinen Planeten zu verlassen. Die Suche nach einem wahren Freund führt das Kind auf eine turbulente Reise durch die Galaxie. Dort begegnet ihm eine Vielzahl extravaganter Menschentypen, etwa ein König, ein Trinker, eine Laternenanzünderin oder ein Geograf. Für diese einsamen Planetenbewohner zählt nur der oberflächliche Schein. Erst als der Kleine Prinz auf die Erde kommt und dort dem Fuchs begegnet, lernt er, was wahre Freundschaft und gegenseitiges Vertrauen bedeuten. Mit diesem Wissen kehrt er zurück zu seiner Rose, die von Lena Lafitte gespielt wird. Und sie ist sich sicher, dass man dieses Musical „mit buntem Lichtspektakel, ausgefallenen Kostümen und sehr überzeugenden Charakteren“ auf keinen Fall verpassen sollte. Aufgeführt wird „Der Kleine Prinz“ für Grundschulen der Region am 14., 15. und 16. November jeweils um 10 Uhr und in der Hauptaufführung am Samstag, den 17. November 2018, um 17 Uhr in der Merziger Stadthalle.

Karten gibt es in allen Ticket-Regional-Vorverkaufsstellen, im Kulturbüro der Stadt Merzig, am Gymnasium am Stefansberg und unter www.villa-fuchs.de.